Eines der Bücher, in die ich als Kind beim ersten Lesen so richtig versunken bin, war Die unendliche Geschichte von Michael Ende. Vom Beginn des Romans im Antiquariat von Karl Konrad Koreander, Bastians Diebstahl und seinem Leseabenteuer auf dem Speicher der Schule, über Atréju, Fuchur und die Kindliche Kaiserin bis zum Elfenbeinturm… Wie sehr habe ich mir gewünscht, ich könnte genauso wie Bastian nach Phantásien reisen. Mit den zwei Schlangen auf dem Cover, die so aussehen wie die Schlangen auf Bastians Buch, der roten und grünen Schrift und den verzierten Initialen war es auch noch ein richtig schön gestaltetes Buch. Höher kann ein Leserherz kaum schlagen.
Autor: Sarah Bux
Nur noch ein Kapitel
Es gibt diesen Moment beim Lesen, in dem ich die Nachttischlampe längst hätte ausschalten müssen und denke: Nur noch dieses eine Kapitel, dann klappe ich das Buch zu und gehe schlafen. Nur noch diese eine Seite. Und ehe man sich’s versieht, hat die Autorin mich mit einem Cliffhanger überlistet und mich zum Umblättern gebracht. Aber nach diesem Kapitel höre ich wirklich auf.
Definitiv ohne Drachen
Ich wollte nie Fantasy schreiben.
Als ich vor vielen Jahren anfing, an einem Buch zu arbeiten, hatte ich etwas ganz anderes im Kopf: Einen Familienroman, für den ich aus meiner ostdeutsch geprägten Biografie schöpfen wollte. Einen Stoff, der näher am Hier und Jetzt spielen sollte, in einer mir vertrauten Welt, die ohne Magie auskommt. Und vor allem ohne Drachen.
Der erste Impuls
Die Pause ist zu Ende. Wir haben Deutsch bei Frau Müller. Die ganze Klasse sitzt schon, als sie kurz nach dem dritten Gong durch die Tür kommt. Müde nuscheln wir ein “Gu- ten Tag, Frau Mül-ler”, bevor sie schwungvoll ihre braune Ledermappe auf dem Lehrertisch abstellt, die Metallverschlüsse aufschnappen lässt und einen Stapel Papier herausholt.

